Eigene KI-Freundin bei Lovescape erstellen: jeder Schritt, und was danach jede Antwort kostet

13. August 2026 · 9 Min. Lesezeit
  • Der Editor ist ein Formular in sechs Schritten, kein Regler-Spielzeug — der Text entscheidet, nicht das Aussehen
  • Das Feld für die Vorgeschichte fasst über 3.000 Zeichen. Das ist der eigentliche Hebel
  • Ein Selfie kostet 9 Chips, ein Video 90, das beste Videomodell 180
  • Längere Videos als fünf Sekunden sind angekündigt, aber noch nicht freigeschaltet

Auf jeder Startseite dieser Branche steht „erstelle deine eigene KI-Freundin“, und danach kommt ein Regler für die Haarfarbe. Was tatsächlich passiert, sieht man erst im Editor. Wir haben ihn mit einem bezahlten Konto von vorne bis hinten durchgeklickt und die Schritte mitgeschnitten — deutsche Oberfläche, Stand August 2026.

Schritt eins: wer sie ist

Erster Schritt des Lovescape-Editors: Chat-Modell, Name, Identität, Alter und Hintergrundgeschichte
Der erste Schritt. Das große Feld unten ist wichtiger als alles darüber.

Oben wählst du das Chat-Modell, darunter stehen Name, Identität und Alter. Das sind Pflichtfelder und in zwanzig Sekunden erledigt. Interessant ist das letzte: die Hintergrundgeschichte, mit Platz für über 3.000 Zeichen.

Genau hier entscheidet sich, ob der Charakter etwas taugt. Dieser Text geht in den Kontext des Modells und beeinflusst jede einzelne Antwort — anders als das Aussehen, das nur die Bilderzeugung steuert. Wer hier drei Adjektive einträgt, bekommt einen Durchschnitt. Wer einen Beruf, eine Prägung und eine Schwäche schreibt, bekommt jemanden, der sich von der Nachbarin im Katalog unterscheidet.

Schritt zwei: wie sie aussieht

Zweiter Schritt: Freitextfeld für das Aussehen und die Auswahl der Gesichtsvielfalt
Auch das Aussehen ist ein Textfeld, kein Schieberegler.

Das Aussehen wird ebenfalls als Fließtext beschrieben, nicht über Regler zusammengeklickt. Dazu kommt eine Auswahl für die Gesichtsvielfalt: „Verschönert“ oder „Divers“. Die Voreinstellung ist die erste, und sie erzeugt genau das, was man erwartet — makellose, austauschbare Gesichter. Wer will, dass die Figur nach einem Menschen aussieht statt nach einem Rendering, sollte hier umstellen.

Danach folgen zwei weitere Schritte, die wir hier nicht abbilden: Verhaltensregeln in Stichpunkten, die Begrüßung, und ein Musterdialog in drei Längen mit einem Schalter für den Erzählmodus. Diese Felder sind wörtlich das, was das Modell nachahmt — der Musterdialog ist der wirksamste Weg, den Tonfall festzulegen, und gleichzeitig der, den fast alle leer lassen.

Schritt drei: das Gesicht dazu

Auswahl des generierten Profilfotos mit den Schaltflächen Erneut generieren und Erstellen und chatten
Ein Vorschlag, ein Knopf zum Neuwürfeln. Mehr Auswahl gibt es an dieser Stelle nicht.

Zum Schluss erzeugt die Seite ein Profilbild aus deiner Beschreibung. Es kommt ein Vorschlag, und daneben steht „Erneut generieren“. Wer eine bestimmte Vorstellung im Kopf hat, würfelt hier eine Weile — das Bild folgt dem Text, aber nicht auf den Millimeter.

Und dann schreibt sie

Erster Chat mit dem selbst erstellten Charakter, inklusive Selfie im Verlauf
Die erste Antwort übernimmt Tonfall und Erzählmodus aus dem Musterdialog.

Der erste Austausch zeigt, ob die Arbeit im Formular etwas gebracht hat. Bei uns übernahm die Figur den Erzählmodus samt Kursivstellen und den Umgangston aus dem Musterdialog — also genau die zwei Felder, die man überspringen könnte. Das Selfie im Verlauf ist der Punkt, an dem das Konto anfängt, Geld zu kosten.

Die Rechnung, die auf keiner Seite steht

Lovescape rechnet nicht in Euro ab, sondern in Chips. Der Kontostand steht oben rechts, und man sieht ihn fallen: ein angefordertes Selfie kostet 9 Chips. Ein Video kostet 90, und das beste Modell 180.

Auswahl des Videomodells mit Angaben zu Auflösung, Länge und Chip-Preis
Fünf Modelle, alle 720p. Der Preis steht rechts: 90 Chips, beim besten 180.

Was das in Geld bedeutet, muss man selbst ausrechnen, und die Zahl dafür steht im Werbebanner: 2.250 Chips für 19,99 $. Das sind rund 0,9 Cent pro Chip — also etwa 8 Cent für ein Selfie, 80 Cent für ein Video und 1,60 $ für eines im besten Modell.

Wichtig dabei: dieses Paket ist ausdrücklich ein Angebot für neue Nutzer. Der reguläre Preis pro Chip liegt höher, und damit steigen alle Beträge oben entsprechend. Die Rechnung ist also die günstigste Variante, nicht der Normalfall.

AktionChipsEtwa (Aktionspreis)
Selfie anfordern90,08 $
Video, Standardmodell900,80 $
Video, bestes Modell1801,60 $

Ein Detail aus derselben Auswahl, das die Preisfrage erklärt: alle fünf Modelle liefern 720p, und alle fünf sind ausdrücklich für nicht jugendfreie Inhalte freigegeben. Der Unterschied liegt nicht in der Auflösung, sondern in Bewegung und Anatomie — das teuerste wirbt mit filmischer Qualität und Ton, die günstigeren mit Tempo. Wer den Aufpreis zahlt, kauft also nicht mehr Pixel, sondern weniger verrutschte Hände.

Praktisch heißt das: für einen ersten Eindruck reicht das Standardmodell für 90 Chips, und die 180 lohnen sich erst, wenn ein bestimmter Clip wirklich gebraucht wird. Bei rund 0,9 Cent pro Chip ist der Unterschied zwar nur achtzig Cent, aber er summiert sich schnell — zehn Versuche im teuren Modell sind sechzehn Dollar, und Versuche braucht man in dieser Technik reichlich.

Fünf Sekunden, und mehr ist angekündigt

Erweiterte Einstellungen mit Auswahl der Videodauer, längere Optionen als bald markiert
Die längeren Laufzeiten tragen den Hinweis „demnächst“.

In den erweiterten Einstellungen stehen fünf Laufzeiten von 5 bis 60 Sekunden. Nutzbar ist zum Zeitpunkt unseres Tests nur die kürzeste — der Rest trägt den Hinweis „demnächst“. Für 80 Cent bekommt man also fünf Sekunden bei 720p. Wer damit rechnet, längere Clips zu erzeugen, sollte das Geld noch nicht einplanen.

Was wir daraus mitnehmen

  • Der Editor ist gut, aber er ist ein Schreibwerkzeug — die Qualität kommt aus den Textfeldern, nicht aus der Bildauswahl
  • Stell die Gesichtsvielfalt um, wenn dir austauschbare Gesichter nicht gefallen
  • Lass Musterdialog und Verhaltensregeln nicht leer: sie wirken sofort auf die erste Antwort
  • Text ist kostenlos, Bilder und Videos sind es nicht — und die Chip-Preise stehen nirgendwo in Euro

Zum Vergleich: bei OurDream gehört das Veröffentlichen eigener Charaktere zum Tarif, und bei GoLove existiert überhaupt kein Editor — dort ist der Katalog alles. Was die Guthabensysteme insgesamt kosten, rechnen wir in was eine KI-Freundin wirklich kostet durch. Und bevor du längere persönliche Beschreibungen in diese Felder tippst, lohnt der Blick darauf, was mit diesen Texten passiert.

Alle Angaben und Screenshots vom 13. August 2026, deutsche Oberfläche, bezahltes Konto. Preise und Modellauswahl ändern sich in dieser Branche häufiger als die Texte drumherum.

Den Editor selbst durchgehen

Die sechs Schritte kosten nichts. Chips brauchst du erst, wenn du Bilder oder Videos erzeugen willst — und dann lohnt sich die Rechnung unten.

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